Flächensuche:

Der Flächensuchhund entwickelte sich aus dem früheren Sanitätshund, der in

Deutschland seit 1890 ausgebildet wurde. Im ersten Weltkrieg wurde er dann vermehrt eingesetzt.

Heute ist der Flächensuchhund der am meisten vertretende Rettungshundetyp in Deutschland,

da die Flächensuche die häufigste Einsatzart für Rettungshunde ist.

Sie werden eingesetzt, wenn Menschen in einem definierten Gebiet, wie zum Beispiel einem Wald,

vermisst werden.

Dabei schickt der Rettungshundeführer, also derjenige, der den Hund unter Kontrolle und der mit ihm die

jeweilige Prüfung bestanden hat, den Rettungshund per Hand- und Hörzeichen jeweils circa 50 Meter

vom Weg aus in das Gebiet.

Der Hund sucht dann nach jeglichem menschlichen Geruch und zeigt Personen an, die ein

bestimmtes Opferbild zeigen, das bedeutet die Personen befinden sich in einer Position,

die typischerweise Patienten annehmen, zum Beispiel liegend oder sitzend.

Dabei trägt der Flächensuchhund keine Leine, aber eine Kenndecke, die das Symbol der Einsatzorganisation trägt

und den Hund als Rettungshund kennzeichnet. Bevorzugt werden Rassen mit mittelgroßer Statur.

(Vgl. Buddenbrock 2003, Heines/ Wegmann 2002, Röthig 2012)

 

Mantrailing:

Mantrailing kommt ursprünglich aus Amerika und wird in Deutschland erst seit ein paar Jahren praktiziert.

Übersetzt heißt „man“ Mann oder Mensch und „trail“ Spur und folgen oder verfolgen (Vgl. Langenscheidt2003).

Deswegen werden sie auch Personenspürhunde genannt.

Als Mantrailer kann sowohl der Hund als auch sein Hundeführer bezeichnet werden.

Anders als die anderen Rettungshunde sucht der Mantrailer nicht allgemein nach menschlichem Geruch,

sondern nach dem Individualgeruch einer bestimmten Person.

Dieser Geruch ist so einzigartig wie ein Fingerabdruck.

Dadurch kann der Mantrailer auch in der Stadt eingesetzt werden. Für die Suche benötigt er den letzten bekannten

Aufenthaltsort der Person sowie einen Geruchsträger, an dem der Individualgeruch des Vermissten haftet.

Dabei wird der Mantrailer an einem Geschirr mit einer langen Leine geführt.

Für das Mantrailing können alle möglichen Rassen eingesetzt werden. 

(Vgl. Buddenbrock 2003, Nestler/ Schweda, A./ Schweda T. 2012, Röthig 2012, Schettler 2011)

 

Mantrailing und Flächensuche

Mantrailer und Flächensuchhund sind sich ergänzende Einsatzmittel.

In den meisten Suchen ist es sinnvoll, beide Sucharten einzusetzen.
Es gibt Einsatzlagen, in denen Mantrailer bzw. Flächensucher als alleinige Mittel zur Verwendung kommen:

Ist z.B. kein Geruchsartikel zu beschaffen, so kann ein Trailer nicht eingesetzt werden.
Bsp: Busunglück mit mehreren verletzten Personen, Anzahl der Personen nicht bekannt,

Gebiet soll nach möglichen Personen welche aufgrund eines Schocks unzurechnungsfähig und ggf. verletzt sind, durchsucht werden.
Wird eine Person im Stadtgebiet vermißt, so können Flächensuchhunde häufig nicht eingesetzt werden.

Aber auch bei einer solchen Einsatzlage sollten Flächensuchhunde vorgehalten werden,

um Stellen mit dichtem Bewuchs, Hinterhöfe, Kleingartenanlagen, Friedhöfen oder Parkanlagen

entlang der Trail schnell und effektiv absuchen lassen zu können.

Ein routinierter Flächensucher ist in der Regel zügiger im Ausarbeiten von Geruchspools oder erhöhten oder schlecht zugänglichen Personen.
Es kann vorkommen, dass ein Mantrailer nur wenige Meter am Versteck vorbei läuft, weil die Person einen Bogen gelaufen ist und die Spur halt weiterführt.

Des weiteren kann ein Mantrailer die primäre Suchrichtung vorgeben.

Deshalb ist oft ein erster Einsatz von Trailern sinnvoll und anschließend kommen die Flächensuchteams zum Einsatz.